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Exif - alles klar?

Um ein Foto und seine Machart so zu beschreiben, dass es auch nur annähernd nachzustellen wäre, benötigt viel mehr, als nur EXIF-Daten. Ein Möglichkeit wären die oben genannten Informationen. 

© ClaWimages, BattleCards

Was dir EXIF wirklich bringt...

Es gibt wohl schon seit Anbeginn der Fotografie die Frage: „Wie hast du das Foto gemacht?“ Und auf diese Frage gab es viele Möglichkeiten der Antworten: „Ich hatte Glück!“, „Geschlossene Blende, lichtempfindlichen Film, gepusht um 100 und eine schnelle Verschlusszeit.“ oder was auch immer. 

 

In der Digitalisierung, in einer Welt in der alles schnell und einfach geht, existiert die Frage weiterhin. Aber die Antworten haben sich geändert. Ja, teilweise kommt die Antwort ohne, dass jemand danach gefragt hat. Die antwort heute lautet: „Ich schick dir die Exif-Daten“.

 

Das klingt professionell und modern-technisch. Aber bringt es die Antwort auf die Frage?

 

Fangen wir vorne an: Was sind Exif-Daten? Exchangeable Image File Formate - austauschbares Bild-Datei Format. Also eine definierte Möglichkeit Informationen eines Fotos auszutauschen. Dazu gehören neben dem (digitalen) Bild selbst folgende Daten: 

  • Datum/Uhrzeit der Aufnahme
  • Bilddrehung (90°, 180° oder 270°)
  • Brennweite
  • Belichtungszeit
  • Blendenzahl
  • Belichtungsprogramm
  • Belichtungswert (ISO)
  • Geographische Koordinaten/Höhe über N.N. (Meerespiegel)
  • Vorschaubild (Thumbnail)
  • Kameratyp

Erweitert wird das Exif durch IPTC (International Press Telecommunications Council) Details. Zum Beispiel:

  • Bildbeschreibung
  • Urheberrechtsinformationen (Copyright)
  • Ersteller
  • ...

 

Kamerahersteller können diese Standardfelder (Exif) durch Maker-Notes erweitern und proprietäre Informationen einbinden. Manchmal sind diese Felder aber "hidden", also nicht immer einfach zugänglich und sichtbar. 

 

In der Abbildung links seht ihr, welche Daten im Standard hinterlegt sind. 

 

 

Viele Fotografen geben in Foren gefragt oder ungefragt Ihre Exif-Daten zum geposteten Bild ab. In Instagram seht ihr vermehrt sogenannte Karussells, die nach einem kurzen Wischen die Daten anzeigen. Aus der oben genannten Tabelle sind das ISO-Speed, FNumber und Exposure Time. 

 

Hintergrund: Es soll zeigen, wie die Aufnahme entstand. Suggeriert, dass man mit diesen Werten das Bild nachstellen könnte. 

 

Kurz: Gleiches Motiv mit gleicher Lichtempflichkeit des Sensors (ISO), gleicher Blendenzahl (Fnumper) und Verschlusszeit (Exposure Time) ergeben ein vergleichbares Bild. 

Exif ist kein Rezept

Warum kann das nicht funktionieren? Weil es noch viele andere Parameter gibt, die in der Fotografie maßgeblich für das Bild sind. Ich will hier gar nicht erst von Perspektive sprechen, jeder, der fotografiert, weiß, dass ein Meter links oder recht, ein paar Zentimeter in der Höhe dem Bild einen komplett anderen Charakter geben kann. 

 

Es sind aber schon messbare Werte, die fehlen: Uhrzeit, Jahreszeit, Himmelsausrichtung, Lichttemperatur und, und, und... 

 

Das K.O. Kriterium aber ist: Ist das gezeigte Bild bearbeitet worden? Wurden Lichter, Mitteltöne, Farben oder Schärfe angepasst? Denn ein digitales Bild speichert in einer RAW eine Unmenge an Informationen ab, die später wunderbar genutzt werden können, um ein Bild zu entwickeln. Millionen von Informationen weit über den Dreiklang ISO, Blende, Verschlusszeit hinaus. Und egal was an diesen Millionen an Informationen geändert wird: die drei Freunde ISO, Blende und Verschlusszeit bleiben immer gleich. 

Im obigen (Schnappschuss) liegen bei beiden Bildern die gleichen Exif vor. Über das Aussehen, sagen diese Bilder nichts aus. 

Fazit: Nutzlos - nicht ganz

Sind also Exif-Daten nutzlos? Ja, sind sie. Sofern man damit ein Nachstellen des Fotos bewerkstelligen will. Geht nicht. Ist nicht. Und dennoch ein Jein, denn für Anfänger ist es oft interessant ob der Fotograf bei einem Studio-Setup mit geschlossener Blende und mit Blitzsynchronzeit oder mit HSS fotografiert hat. Aber dafür benötigt man keine Exif.... Denn Exif ist weit mehr und hat nichts (weit weniger als angenommen) mit dem Aussehen des Bilds zu tun, denn das Bild ist weit mehr als Exit.

 

Oder anders: Wenn du einen Konditor fragst, wie er die Sachertorte gemacht hat, reicht dir die Aussage: 100g Zucker, 500g Kakao und Marmelade auch nicht aus, die Torte nachzubacken.

So könnte man ein Bild versuchen nachzustellen: Aber dazu benötigt es mehr Infos als nur EXIF-Daten. BattleCards ist ein Versuch...


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